Volkeröder Grenzbegehung 2017 und 720 Jahre Volkerode

 

Auf Pfingstmontag starteten wir um 8.30 Uhr zu einer Grenzbegehung entlang der Grenzen der Feldmark Volkerode. Diese traditionelle Grenzbegehung diente von Alters her der Klärung von Unstimmigkeiten über die Gemarkungsgrenzen zwischen den Dörfern und zur Pflege von guten Kontakten und Freundschaften. In diesem Jahr hatten der Ortsrat, der Realverband Feldmark, die Jagdgenossenschaft und der Heimatverein die gute Idee, das traditionelle Wandern des Volkeröder Heimatvereins zu Pfingstmontag mit der Grenzbegehung zusammenzulegen.  Die seit 1977 alle 10 Jahre stattfindende Veranstaltung sollte dieses Mal auch an die erste urkundliche Erwähnung unseres Dorfes Volkerode im Jahre 1297 erinnern. Hierbei handelt es sich um eine Urkunde des ehemaligen Klosters Mariengarten über eine Schenkung von Ackerland in Volkerode der Herrn von Hardenberg an das Kloster Mariengarten.

 

Das Treffen begann mit Musik des Posaunenchores aus unserem Nachbardorf Jühnde, der uns auf dem gesamten Weg begleitete. Unser Ortsbürgermeister Jörg Evers begrüßte am Start im Dorfkern schon knapp 100 Teilnehmer, insbesondere auch den Gemeindebürgermeister Sören Steinberg mit Sohn. Anschließend erläuterte er kurz den Ablauf der Grenzbegehung und die Treffpunkte mit den Nachbarn, dankte im Namen des Ortsrats dem Realverband Feldmark, der Jagdgenossenschaft und dem Heimatverein für die gute Zusammenarbeit in der Vorbereitung der Festorganisation, den Landwirten für die Bereitstellung der Fahrzeuge für die nicht wanderfesten Teilnehmer und den Mitgliedern des Heimatvereins für die Übernahme der Bewirtung. Er wünschte allen einen guten Verlauf des Tages und führte  die Wanderer auf den rund 10 km langen Weg um die Volkeröder Feldmark. Dabei konnten wir uns nach dem Hagel und dem ersehnten Regen der Vortage über ein wohl temperiertes, leicht bedecktes Wetter freuen.

Vom Kirchplatz gingen wir über das Oberdorf, den Marktweg und den Sauwinkel zum Weg hinter dem Sieangergraben - auch keines Feld genannt. Kurz vor dem Gut Lemshausen / Reibstein begrüßte unser Ortsbürgermeister die Vertreter von Ortrat, Feldmark und Jagdgenossenschaft Lemshausen und übergab nach einer kleinen musikalischen Einlage eine Urkunde zum Anlass des Treffen. Die Lemhäuser überreichten eine zünftige Flasche.  Nach der Feststellung des guten Einvernehmens zwischen unseren Dörfern besiegelten die Vertreter beider Seiten dies mit einem kleinen Umtrunk. Der weitere Weg führte uns an dem Gut Lemshausen vorbei über die Kreisstraße und an Uhlendorfs Schweinestall zum Kirchenland am Hasenwinkel nahe der Autobahn. Dort warteten bereits eine Reihe von Sieboldshäusern unter Führung des Ortsbürgermeisters Albrecht Trieselmann mit Ortsrat, Feldmark und Jagdgenossenschaft. Der Posaunenchor leitete die Begrüßung durch unseren Ortsbürgermeister ein. Nach der Übergabe der Urkunde seitens Volkerode und der Überreichung einer Plakette und zünftiger Getränke seitens der Sieboldshäuser konnten wir das gegenseitige Einvernehmen durch einen klassischen Umtrunk bekräftigen. Dabei wurden besonders die langjährigen Beziehungen zwischen den Familien beider Dörfer und der gemeinsamen Kirchengemeinde herausgestellt.

 

Anschließend gingen wir weiter in Richtung Süden, kreuzten die Kreisstraße zur Gerkenbreite, wanderten weiter am Feldrand eines Rübenschlags entlang und folgten einem frei geschnittenen Feldstück am Hagenangergraben hoch zum Feldberg. Vor der Autobahnbrücke, die die Feldmarken von Dramfeld und Volkerode trennt, trafen wir die Dramfelder Vertreter von Ortsrat, Feldmark und Jagdgenossenschaft. Da der Ortsbürgermeister verhindert war, überbrachten Karl Hermann Schlote und Henrik Werner die besten Grüße. Hier war auch das Treffen mit der Vertretung der Klosterguts Mariengarten, das südlich an unserer Feldmark angrenzt, vorgesehen. Die Klostergutpächter Annette und Hubertus Glitz hatten sich aber bereits im Vorfeld wegen familiärer Verpflichtungen entschuldigen müssen. Nach der üblichen Begrüßung durch die Musiker und unseren Ortsbürgermeister konnten die Vertreter beider Dörfer die Urkunde und Getränke austauschen und das Einvernehmen über die Gemarkungsgrenzen mit einem kleinen Umtrunk besiegeln.

 

Zum Pausentreff kurz vor Mittag hatte eine Gruppe von Volkerödern am Nussbaum an der Heiligenbreite Tische und Bänke aufgestellt. Hierhin begleiteten uns auch eine Reihe von Sieboldshäuser und Dramfelder Bürgern. Den Wanderern wurde eine geschmackvolle Gulaschsuppe gereicht und für die Kinder Bockwurst angeboten. Kalte Getränke hielt der mobile Service bereit. Nachdem der Hunger gestillt war und die Wanderer sich bei schöner Musik erholt hatten, ging es vom Leinetal hoch zum Rand der Hochebene über den hinteren Hufeweg in Richtung Westen. Auf dem Lehnweg am ehemaligen Realgemeindeland konnten wir uns noch einmal beim mobilen Getränkedienst stärken. Dann ging es zum Jühnder Wald und entlang des Waldes über frei geschnittene Feldränder zum Mündener Weg.

 

Am Hagen wartete bereits die Jühnder Abordnung  unter der Leitung der neuen Bürgermeisterin Mareike Spielmann mit Vertretern von Gemeinderat, Feldmark und Jagdgenossenschaft auf einem Traktorgespann. Mit einem Hallo begrüßte die Gruppe den Jühnder Posaunenchor, der uns auch hier mit Musik erfreute. Nach der Begrüßung durch die beiden Bürgermeister erfolgte der Austausch der Urkunde und des hochprozentigen Jühnder "Quellwassers". Dann konnte auch hier das gute Verhältnis beider Dörfer und das Einvernehmen durch einen kleinen Umtrunk bestätigt werden. Betont wurden die vielfältigen Beziehungen in Form von Verwandtschaften und Freundschaften zwischen den Dorfbewohnern. Deshalb sollte der  Weg durch den Hagen nach Jühnde in Zukunft in seiner überörtlichen Bedeutung ein besondere Beachtung finden, insbesondere in Blick auf die Arbeiten zum Umbau der bisherigen 220 kV-Hochspannungsleitung auf 380 kV.

 

Nach diesem freundschaftlichen Austausch begleitete uns die Jühnder Gruppe zum Treffen mit dem Realverband Rosdorf, der am Rottmorgn und Klauenfeld an die Volkeröder Gemarkung grenzt. Beim Wasserspring begrüßten die Musiker und unser Ortsbürgermeister die Rosdorfer unter dem Verbandsvorsitzenden Rainer Koslowski. Nachdem die Vertreter beider Seiten wieder einmal das guten Verhältnis festgestellt und entsprechende Präsente ausgetauscht hatten, gab es auch nochmals einen kleine Umtrunk.

 

Gegen 14 Uhr erreichten die Volkeröder Wanderer mit ihren Gästen aus den Nachbardörfern unseren schönen Grillplatz Krücke und erholten sich von den Mühen der Grenzbegehung. Dort stärkten wir uns an Bratwurst vom Grill und an Getränken sowie an Kuchen und Kaffee. Wie bei früheren Treffen, hatten unsere Volkeröder Frauen auch dieses Mal wieder dankenswerterweise 17 Kuchen gespendet, sodass den Essenwünschen keine Grenzen gesetzt waren. Der Ausschank von Kaffee und Kuchen erfolgte durch einige Frauen  gegen eine Spende zur Finanzierung der Veranstaltungskosten. Unter der Begleitmusik der Jühnder  Musiker verbrachten wir einige schönen Stunden bis zum frühen Abend und führten gute nachbarliche Gespräche in angenehmer Atmosphäre. Hier nutzte der Ortsbürgermeister Jörg Evers abschließend die Gelegenheit für einen Dank an die über 100 Teilnehmer an dem gelungenen Fest der diesjährigen Grenzbegehung. Besonders dankte er den zahlreichen Helfern für ihren fleißigen Einsatz, den  Musikern für ihre Ausdauer und den Vertretern von Ortsrat, Feldmark Jagd und Heimatverein für die vielfältige Unterstützung. Dann stellte er in Aussicht, dass in 10 Jahren die nächste Volkeröder Grenzbegehung stattfinden werde. Am Ende ergriff der Ortsheimatpfleger von Volkerode das Wort, um unserem Ortsbürgermeister Jörg Evers im Namen aller Beteiligten für seinen Einsatz noch einmal ganz besonders zu danken. Er wünschte ihm weiterhin eine glückliche Hand, um die Geschicke von Volkerode auch zukünftig in guten Bahnen erfolgreich zu lenken.

 

Johannes Siemes, Ortsheimatpfleger Volkerode             

 


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