Heimatverein Volkerode

 

„ Unser  Dorf im Wandel „

 

Unter dem Motto "Volkerode im Wandel" lud der Heimatverein Volkerode Anfang November die Volkeröderinnen und Volkeröder anlässlich seines 30-jährigen Bestehens zu einer gelungenen Präsentation ein. Die Vorsitzende Sabine Backhaus konnte im voll besetztem Bürgerhaus jung und alt aus dem Dorf begrüßen. Dabei ging sie kurz auf die Gründung des Vereins 1982 ein, der von Anfang an den Grillplatz auf der Krücke pflegt und an interessierte Gruppen vermietet. Sie freute sich über das sehr große Interesse an der neu erstellten Präsentation zu vielfältigen Veränderungen in unserem Dorf und an der 2008 neu bearbeiteten DVD "700 Jahre Volkerode" von unserem Fest im Jahre 1997.

 

Anschließend startete der Ortsheimatpfleger Johannes Siemes mit der Präsentation "Volkerode im Wandel". Im ersten Teil stellte er verfügbares Kartenmaterial der letzten 250 Jahre in und um Volkerode vor und ging auf die Veränderungen bei den öffentlichen Einrichtungen ein. Besonders interessierte ein Dorfplan zu Volkerode aus dem Jahr 1733, auf dem schon die heutige Straßenstruktur festgelegt war. Die damalige Feldflur aus der Zeit vor der Verkopplung zeigte jedoch eine völlig anders Bild als nach der Verkoppelung 1880. Bei den öffentlichen Einrichtungen fand ein besonderes Interesse, dass die heutige 1892 erbaute Kirche das dritte Gebäude an dieser Stelle im Ortskern ist. Ihre Vorgänger wurden durch das Wasser des Schulgrabens jeweils erheblich beschädigt und mussten abgerissen werden. Auch der heutige Friedhof am östlichen Ortausgang hatte zwei Vorgänger und zwar an der Kirche als Kirchhof und seit 1600 am westlichen Ortsausgang beim Oberdorf.  Die Volkeröder Schule, im Jahre 1812 gebaut, wurde seit Mitte der 70-er Jahre  als Bürgerhaus genutzt, musste aber wegen erheblicher Bauschäden 1995-96 durch ein neues Gebäude an gleicher Stelle ersetzt werden. 

 

Die Wasserversorgung in Volkerode war ursprünglich durch die Gründung des Dorfes an einem Bach, nämlich am heutigen Kesselbrunnen / Schulgraben, gesichert. Zusätzlich wurden später über 20 Brunnen in Haus, Hof bzw. Gärten gebaut.  Um 1902 entstand die Gemeindewasserleitung, die durch oberflächennahe Quellen gespeist wurde. Im Sommer, besonders bei längerer Trockenheit, hatten die Volkeröder jedoch oft mit Wasserknappheit zu kämpfen. Dieses Problem trat besonders nach 1945 bis Anfang der 50-er Jahre auf - auch bedingt durch eine höhere Bevölkerungszahl und höheren Viehbesatz. Als Konsequenz wurde ein Tiefbrunnen geplant und 1954 gebaut. Er hat eine Tiefe von 72 Metern mit hinreichendem, aber hartem Wasser. Damit war eine gute Wasserversorgung dauerhaft gesichert. Am Volkeröder Thie zwischen Unterdorf und Oberdorf wurde der östliche Teil der Thiemauer in 2012 erneuert, wobei die Linde auf Einwände von Volkerödern erhalten werden konnte.

 

Das Volkeröder Wappen, das 1949 genehmigt wurde, trägt als Wahrzeichen des Dorfes einen Apfelzweig - ein Hinweis auf die besonders gute  klimatische Lage des Dorfes für den Obstanbau. Da unser bisheriger "Dorfapfelbaum" an der Ecke zum Lindanger abgängig war, wurde 2012 je ein neuer Apfelbaum am Lindanger und westlich des Thies  als Spende des Ortsbürgermeisters und des Ortsheimatpflegers gepflanzt. Das kleine Wäldchen oberhalb von Volkerode mit der Bezeichnung "Auf der Krücke" ist heute vielen Menschen in der Umgebung als schöner Volkeröder Grillplatz bekannt. Eine erste Gestaltung erfuhr diese Fläche 1959 mit einem schlichten Gedenkstein als Erinnerung an die Opfer der beiden Weltkriege. !980 wurde im westlichen Teil der heutige Grillplatz eingerichtet und durch einen außen liegenden Fußballplatz ergänzt. In den letzten Jahren konnten wir in einer Gemeinschaftsaktion ein neues Spielgerät beschaffen, um die Spielmöglichkeiten für Kinder zu bereichern. In Frühjahr 2012 spendete uns die Seniorenvertretung Rosdorf zwei massive Holzbänke, die sehr gut zu unserem Platz passen.

Eine Besonderheit unseres Dorfes ist die Partnerschaft mit dem fast gleich großen Volkerode im südlichen Eichsfeld, die wir im März 1990 begründeten. Dieses thüringische Dorf, das während der DDR-Zeit in der 5 km-Grenzzone lag und nur schwer zugänglich war, liegt östlich von Bad Sooden-Allendorf. Unsere Partnerschaft pflegen wir im Wesentlichen durch die Teilnahme an den jeweiligen jährlichen Wandertagen.

 

Den zweiten Teil der Präsentation bildete eine Gegenüberstellung von Fotos einzelner Häuser im Dorf. Hier konnten wir auf Fotodateien zurückgreifen, die wir 1997 in der Festschrift zu unserem Fest "700 Jahre Volkerode - Ein Dorf erinnert sich" nutzten und die noch auf Datenträgern verfügbar waren. Die damaligen Bilder und die aktuellen Fotos aus 2012 zeigten uns die Veränderungen im Dorf über die letzten  Jahrzehnte. Dabei gingen wir die Straßen des Dorfes entlang, so dass wir vom "Oberdorf" über das "Unterdorf", den "Marktweg", die "Schöne Aussicht", "An der Worth", den "Lindanger", die "Karl-Bertling-Straße" bis "An der Tränke die einzelnen Gebäude ansehen konnten. Dies gab vielen Volkeröderinnen und Volkerödern  einen interessanten Einblick und rief eine Reihe von Erinnerungen wach. Das Ende der Präsentation bildete die Vorstellung der neuen Postkarte, die vom Verein "Schönes Volkerode"  in Auftrag gegeben wurde. Die Postkarte zeigt den Blick auf Volkerode von Osten sowie unsere Kirche und den Grillplatz "Auf der Krücke". In der Mitte steht unser Volkeröder Wappen.

 

Nach einer Pause mit einem kleinen Imbiss folgte die Vorführung der 2008 neu erarbeiteten DVD zu unserem Fest "700 Jahre Volkerode. Damals konnten wir glücklicherweise den leider so früh verstorbenen Kuno Lechner aus Sieboldshausen für eine Neubearbeitung des vorliegenden Filmmaterials gewinnen. Er stellte das Material der damaligen Live-Fernsehsendung aus Volkerode im Rahmen der Sendung "Hallo Niedersachsen" anlässlich unseres Jubiläums sowie weitere eigene Videoaufnahmen von Volkerödern gemeinsam mit dem Ortsheimatpfleger in einer neuen Konzeption zusammen und verbesserte die Tonqualität. Entstanden ist daraus eine neue DVD mit einer Länge von rund 80 Minuten. Der Film stieß auf reges Interesse und rief viele Sachverhalte unseres damaligen Festes in Erinnerung. So fand der Abend zum 30-jährigen Bestehen des Heimatvereins Volkerode einen interessanten Abschluss und wird auch weiterhin noch für einigen Gesprächsstoff sorgen. (Sj)

 

 


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